Max Linder contre Nick Winter
Weitere Titel: Max Linder gegen Nick Winter (D, Ö)/ Max Linder v. Nick Winter (UK)/ Max gets the reward (USA) - Regie: Paul Garbagni - Szenario: (Armand Massard) - Länge: 420m - s/w, teilweise viragiert - 13 UT - Interpreten: Max Linder; Georges Vinter {Nick Winter}; Jacques Vandenne - Produktion: Pathé Frères - Katalog-Nr.: 5033/April 12 - UA: 29. März 1912 (Wien/ Kino-Theater) — Weitere Auff.: 27.4.12 (Berlin/U.T.-Unter den Linden); 31.5.12 (Paris/Omnia Pathé)
————————————————————————————————————
Aus dem neuen Pathé-Programm vom 27. April muss als Hauptschlager die lustige Komödie Nick Winter gegen Max Linder hervorgehoben werden. Der Titel lässt den Inhalt ahnen: der berühmteste der Detektive im kriminellen Kampf gegen den vergötterten Liebling des Publikums, - da läuft wohl jedem schon im Vorgefühl eines pikanten Genusses das Wasser im Munde zusammen! Er würde zu weit führen, den ganzen Gang der reichbewegten Handlung hier zu schildern; genug, dass ein verblüffender Trick den andern jagt, und dass endlich Freund Max als Sieger aus dem amüsanten Ringen hervorgeht, dank seiner überragenden Geschicklichkeit und seines phänomenalen - Schweins. (Der Kinematograph, 24.4.1912)
————————————————————————————————————
Max is taught an up-to-date method of robbery by magnetising pocket books and purses out of people's pockets. He also learns how to avoid detection by doubling himself and making two complete and perfect Max Linders. He becomes rather swell-headed at his continued success, and one day irritated by a certain Prince Oresky, he threatens to steal a copy of La Gioconda in that gentleman's possession at a certain hour. The Prince, who has engaged Nick Winter to run the thief to earth, is on the watch, but Max keeps his word, and the painting duly disappears. Next morning, Max casts a challenge at Nick Winter. He swears he is the victim of an extraordinary likeness between him an another man. He shows the detective his counterpart handling a revolver, and Nick is nonplussed. From this time onwards he pits all his intelligence against that of Max, and the manner in which Max not only causes him to fail, but actually captured him, as he were himself, and claims the big reward for his own arrest, make a fine final act to this amusing story. (The Bioscope, 11.4.1912)
• Eine Kopie des Films wird verwahrt in: bfi/National Film and Television Archive (London) ─ • Ein Ausschnitt des Films ist enthalten in: Le Temps de Max (TV-Dokumentation, 2000)
1) Brief. - 2) Handbuch der magnetischen Aneignung, der Magnetismus ermöglicht es in den schwierigsten Fällen ohne Gefahr zu operieren. [a) auf Entfernung Seite 5 [b) durch Verdopplung Seite 10. - 3) Max, der von Lehre Garbagnas inspiriert ist, wendet seine Methode praktisch von [sic.]. - 4) Maxchens Vergeltung. - 5) Brief. - 6) 5 Minuten vor 9 Uhr. - 7) Am Tage nach dem Triumpf. - 8) Ein neuer Hochstapler. Gestern ist dem Fürsten Oreskij die Mona Lisa entwendet worden. Als Täter soll ein Artist der Kinofirma Pathé in Betracht kommen. Die Polizei hat eine Belohnung von 2500 M. ausgesetzt für denjenigen. ... - 9) Durch Verdopplung dieses Verfahren ist verhältnismäßig leicht. Um sich zu verdoppeln, nimmt man einen kleinen Spiegel und... - 10) Brief. - 11) Nick Winter sinnt auf Rache. - 12) Brief. - 13) Max vollendet seinen Sieg, indem er die Belohnung in Empfang nimmt, die auf seine Einlieferung ausgesetzt war. (Zensurkarte Berlin [«Max Lindner gegen Nick Winter»] Nr.16792, 16.3.1912)
Weitere Filmbeschreibungen/Kritiken:
Der erste Max Linder-Film. (Marmorhaus.) Das einzige, was daran bemerkenswert ist, ist, daß wir ihn ruhig hinnehmen. Wenn etwa jetzt ein Paul Heidemann-Film in - Paris liefe... Tableau. Man würde das Theater pulverisieren. Das ist das bemerkenswerteste an dem Film, der - nebenbei bemerkt - ein ganz altes Fabrikat ist. Er zeigt den rapiden Fortschritt, den der Film genommen hat. Er hat filmhistorischen Wert. Wir stehen dieser Komik gänzlich verständnislos gegenüber. Es ist nämlich keine drin. überwundene Dinge und alte Schule: Tricks, beängstigende Gesichtsakrobatik, ja Gestikulieren mit den Händen und eine Flut von 'erklärenden' Briefen. (Etwas auf anders, als durch einen Brief darzustellen, es zu zeigen, nicht lesen zu lassen, darauf ist man erst allmählich gekommen.) Auch Max Linder, der König der eleganten Westen und sechszehnspiegligen Zylinder, hat sich seitdem verändert. Man könnte sonst seine Beliebtheit - er ist einer der allerpopulärsten Kinofiguren der Welt - nicht verstehen. Warum bringt man den Film? Nur weil es Max Linder ist? Man unterschätzt uns doch. Nehmen wir an, aus Kuriosität. Sonst wüßte ich keinen Grund. Ausländische Films sollten gekauft werden, wenn sie besser sind als unsere. s. (Film-Kurier, 5.6.1919)