Le duel de Max
Weitere Titel: Max und die Liebe (D, Ö)/ Max and His Rival (UK) - Regie: Max Linder - Szenario: Max Linder (; Armand Massard) - Länge: 970m(/45 Min.) - s/w - Interpreten: Max Linder; Pierre Palau; Mlle Ixe {Baronesse Fitz}; Louis Baron {Baron Fitz} - Produktion: Pathé Frères - Katalog-Nr.: 6169/Aug.13 - UA: 25. Juli 1913 (Berlin/Cines Nollendorf-Theater) — Weitere Auff.: 25. Juli 1913 (Paris/Olympia); 22.8.13 (Prag/Passage-Bio)
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Dieser wunderschöne Film ist eines der lustigsten Erzeugnisse Maxens unerschöpflicher Phantasie. Eines Abends beschließt Max, von einer langen Jagd ermüdet, den kürzesten Weg in sein Heim anzutreten und eilt über das Grundstück des Barons Fitz. Dabei kreuzt ein Hase seinen Weg. Max greift zur Büchse und erlegt den kleinen Pechvogel. Aber ein Flurhüter hält ihn für einen Dieb und verfolgt ihn. Max flüchtet über Gärten, Wiesen und Ballustraden in ein offenes Fenster, ohne zu ahnen, wo er sich befindet; er ist im Zimmer von Lilly Fitz, der Tochter des Barons. Sie erkennt bald, daß es sich nicht um einen gewöhnlichen Einbrecher handelt und erklärt sich bereit, Max zwischen ihren Bettkissen zu verbergen, während ihr Vater und der Feldhüter das Zimmer absuchen. Als sich Max entfernen wollte, bekam seine galante Natur wieder die Oberhand und er bat Baronesse Lilly um ein Bild. Da die junge Dame nichts anderes in der Nähe hatte, gab sie Max eine entzückende kleine Miniature, deren Rahmen einen ziemlich beträchtlichen Wert repräsentierte. Am nächsten Morgen brachten die Zeitungen eine Notiz, die besagte, daß bei Baron Fitz von einem unbekannten Täter eine kostbare Miniature gestohlen worden sei, auf deren Wiedererlangung er einen hohen Preis aussetzte. Max arbeitet sofort an einem genialen Plan. Während er sein Dienstmädchen mit dem Auftrag fortsandte, einen Schäferhund zu besorgen und zum Schloß des Barons Fitz zu bringen, begibt er sich selbst zu dem Bestohlenen, stellte sich ihm als Amateurdetektiv vor und versprach mit Hilfe seines Polizeihundes Puck, die gestohlene Miniature wiederzubeschaffen. Seine Erzählung wurde durch das Eintreten seines Mädchens unterbrochen, die einen vor Angst halbtoten Kläffer an einer Leine zerrt. Im ersten Augenblick ist Max entsetzt, aber bald hat er sich gefaßt und geht mit dem Hund in den Garten. Endlich reißt er an der Stelle, wo er vorher die Miniature vergraben hatte, an und erklärt, der Hund habe diesen Ort angegeben. Man findet das Bild und der Amateurdetektiv wird im Triumph nach Hause gebracht und vorgestellt. Da muß Max aber einen Vetter Lillys kennen lernen, der ernste Absichten hat. Das ist unserem Detektiv mehr als unangenehm, da er sein Herz an die Baronesse verloren hat und es ergeben sich bald Konflikte zwischen den beiden Herren, die schließlich zu einem Duell führen, das allerdings von Lilly verhindert wird. Um den beiden Rivalen eine Entscheidung zu ermöglichen, schlägt der Baron eine mildere Form des Zweikampfes vor, in der Max unterliegt. Da zuckt ein letzter Gedanke durch seinen Kopf, der es ihm ermöglichen soll, die Geliebte zu erringen. Als Dame verkleidet, lockt er den glücklichen Bräutigam zu einem Rendezvous und bestellte zu gleicher Zeit Lilly, um sie von der Untreue ihre Verlobten zu überzeugen. So gelingt es Max nach vielen Mühen und Gefahren endlich Lillys Hand zu erhalten. (Pathé Woche [Wien], 1913)
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Max fairly surpasses himself in this excellent two-part comedy. The Baron, his nephew, and Sophie, the beautiful daughter, are seen at chess. M. le Baron suddenly warns his game-keepers to look out for poachers. Max, le sport, passes through the woods, and a chance shot ends in his being chased - the hunter hunted. The dogs give him a lively time, and he finally takes refuge in a room in the mansion, the chamber of the fair Sophie. The tact of Max earns him the help of the fair occupant, and he, as a search party approaches, is hidden where the bolster should be, and the fair Sophie feigning sleep. Max escapes, taking his benefactress' portrait with him. The Baron gives out the news of an attempted burglary, and the portrait is asked for. Max effects a marvellous find in the garden, then incurs the jealousy of the nephew. A comical duel follows, and Linder's hat is shot off his head. Max, however, cleverly turns the tables on the nephew, and exposes him as a dreadful flirt, then gains his reward from his latest inamorata. (The Bioscope, 14.8.1913)
Anmerkung: Film Historiker wie Henri Bousquet nennen Léonie Yahne als weibliche Mitspielerin. In einer Pathé Anzeige, die am 26.7.1913 im Ciné Journal erschienen ist, wird stattdessen eine Mlle Ixe genannt. (Das Vergnügungsviertel "Montmatre" liegt übrigens im 9.[=IXe] arrondissement). ― [Note: French Film Historian Henri Bousquet names Léonie Yahne as female cast member. But a Pathé-Ad. which appeared in Ciné Journal on July 26th 1913 mentiones a Mlle. Ixe. (IXe = 9th . [arrondissement/district in which rue and boulevard Rochechouart (Montmatre) are situated.)]
• Ein Ausschnitt des Films ist enthalten in: L'homme au chapeau de soie (Dokumentation, 1983); Le Temps de Max (TV-Dokumentation, 2000)
Weitere Filmbeschreibungen/Kritiken:
Diese Komödie, eine der heitersten unter den Darbietungen des unvergeßlichen Max, hat die Vorgeschichte einer Heirat zum Gegenstand. Eines Abends kehrt Max von der Jagd heim, und da er ermüdet ist, wählt er den kürzesten Weg zu seinem Hause, ohne zu ahnen, daß er über das Gebiet des Barons Fitz geht. Unterwegs schießt er einen Fasanen, der über eine Allee fliegt. Ein Jagdhüter des Barons, der glaubt, es mit einem Wilddieb zu tun zu haben, verfolgt den fliehenden Schützen. Max springt in seinem Schreck über eine Mauer, übersteigt ein Geländer, schiebt ein Fenster auf, und befindet sich, ohne zu wissen wie, in dem Zimmer von Lilly Fitz, der Tochter des Barons. Erschreckt springt das junge Mädchen in ihrem Bett auf; sobald sich aber ihre erste Bestürzung gelegt hat, sieht sie, daß sie weder mit einem Apachen noch mit einem kühnen Verführer zu tun hat, und sie ist bereit, Max unter ihrer Matratze zu verstecken, während ihr Vater und der Jagdhüter das ganze Schloß noch dem Verfolgten absuchen. Max, auf den die Schönheit Lillys einen lebhaften Eindruck gemacht hat, bittet sie um ihr Bild, bevor er sich auf demselben Wege wieder zurückzieht, auf dem er gekommen ist, und Lilly überläßt ihm ein kostbares Miniatur-Gemälde von ihr. Am folgenden Tage liest unser Freund in der Zeitung: "Im Schlosse des Barons Fitz ist ein kostbares Miniaturbild, das die junge Baronesse darstellt, auf unerklärliche Weise abhanden gekommen. Baron Fitz verspricht dem Wiederbringer eine hohe Belohnung." In Max taucht ein Gedanke auf. Die Angelegenheit hat ihm eine günstige Gelegenheit verschafft, mit der Familie Lillys in Verbindung zu treten: "Sehr geehrter Herr Baron," schreibt er, "durch die Zeitungen erfahre ich soeben von dem Verlust, der Sie betroffen hat. Ich kann behaupten, ein ziemlich geschickter Amateur-Detektiv zu sein, und es würde mir ein Vergnügen bereiten, mich Ihnen zur Verfügung stellen zu dürfen." Und als Nachschrift: "Ich besitze einen vorzüglichen Polizeihund." Unterdessen schickt Max, der nie einen Hund besessen hat, seine Magd fort, um ihm einen deutschen Schäferhund zu kaufen, gibt ihr aber nicht genügend Geld mit, so daß die Magd, die dafür keinen deutschen Schäferhund bekommen kann, den ersten besten Köter von der Straße holt. Sie bringt ihn zu Baron Fitz, wo ihr Herr bereits eingetroffen ist, und kommt gerade in dem Augenblick an, als Max die Fähigkeiten seines Detektiv-Hundes, eines furchtbaren Tieres, das von einer Kreuzung mit einem Wolf herstammt, preist. Mit offenem Munde bleibt er vor dem verkümmerten, winzigen Hund stehen, der vor Furcht zittert, und sich mit dem Schwanz zwischen den Beinen und hängenden Ohren zur Erde duckt mit dem augenscheinlichen Wunsche, sich der Aufmerksamkeit zu entziehen, deren Gegenstand er ist. Max kocht innerlich vor Zorn; aber er behält seine Fassung, bewaffnet sich mit einem Stock nach Art eines Quellensuchers, ergreift den Hund und zieht ihn nach dem Ort des Parks, wo er kurz vorher das Miniaturbild versteckt hat. Als sich dort der Hund sträubt, weiter zu gehen, erklärt Max, daß sich das Bild dort befinden müsse, und in der Tat gräbt er triumphierend den gesuchten Gegenstand aus. Der Amateur-Detektiv strahlt vor Freude. Leider findet der Neffe des Barons Fitz, der seine Kusine zu heiraten beabsichtigt, die Sache ein bißchen sonderbar und er nimmt sich vor, Max zu beobachten. Im zweiten Akt ist Max der Freund der Familie und der Gegner des Vetters Fitz' geworden. Eine Auseinandersetzung entsteht zwischen den beiden jungen Leuten, und ihr Streit soll mit der Waffe entschieden werden. Aber Lilly, die ihre Absichten entdeckt hat, läßt ihre beiden Ponnys anspannen, begibt sich an den Ort, wo der Kampf stattfinden soll und bittet sie, mit ihr nach ihrem Hause zu kommen. Im Falle des Widerstandes soll weder der eine noch der andere ihre Hand bekommen. Die beiden Bewerber lassen sich die Bedingungen eines scherzhaften Duells vorschreiben, die ihnen der Baron Fitz diktiert: Die Kämpfer müssen zu Pferde sitzen, mit einem Zylinderhut bedeckt und mit langen Säbeln versehen sein. Der, der seinem Gegner den Kopf entblößt, ist Sieger. Der arme Max wird geschlagen. Er spricht nicht über die Mittel, die Geliebte wiederzuerobern; durch einen Brief teilt er Lilly mit, um 5 Uhr hinter die Orangerie in den Park ihres Vaters zu kommen, um dem Verrat ihres Bräutigams beizuwohnen. Dann schickt er einen andern Brief an den Vetter, diesen bittend, "ihr" vor seiner Verheiratung noch einmal eine Zusammenkunft zu gewähren, und unterzeichnet mit dem Namen seiner letzten Freundin. Die List gelingt vorzüglich. Max, der sich als Dame verkleidet hat, nimmt in dem Augenblick seine Maske ab, als Lilly vor ihrem in Flagranti überraschten Bräutigam steht. Und der dritte Akt, wo wir der Vergeltung des Vetters beiwohnen, setzt sich der mit den ausgeklügelten Listen ausgeführte Kampf zwischen Max und seinem Rivalen fort. Aber trotz der Anstrengungen des feindlichen Heiratsrivalen bleibt der Sieg schließlich doch auf Seiten unseres Helden, der ihn auch reichlich verdient hat. (Erste Internationale Film-Zeitung, 19.7.1913)