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Chronik

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1883

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16. Dez. 1883

Max Linder kommt als Gabriel Maximillian Leuvielle in Saint-Loubès, in der Nähe von Bordeaux, zur Welt. Obwohl es auch um 1900 nichts ungewöhnliches war sich einen Künstlernamen zu wählen, sind sich seine Zeitgenossen lange nicht bewußt, dass auch Max Linder ein solcher ist. Noch 1920 fragt die Zeitschrift FILMA seine Leser überrascht: "Wußten Sie dass unser «Max national» in Wirklichkeit Leuvielle heißt?"

 

 

1883

1902  

1902

Er besucht das Conservatoire Muncipal de Bordeaux. Einer seiner Lehrer ist Adrien Caillard, der im Jahre 1904 ans Théâtre de l'Ambigu geht und Linder zu einem Engagement im gleichen Theater verhelfen wird.

 

1902

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1903

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7. Juli 1903

Max gewinnt den zweiten Preis bei der Abschlußprüfung auf der Schauspielschule in Bordeaux für das Fach "Drama" sowie den ersten Preis für "Komödie".

 

Engagement am THEATRE DES ARTS in Bordeaux. Er steht hier u.a. in den Stücken: "Le Barbier de Séville", "Les Précieuses ridicules", "Les Fourberies de Scapin" auf der Bühne.

 

1903

1904

Theaterstücke des Jahres 1904: Le tour du monde d'un enfant de Paris ―  Le crime d'Aix

e

 

1904 geht Max von Bordeaux nach Paris.

 

Herbst 1904

Unter dem Namen "Leuvielle" bewirbt er sich erfolglos am Pariser Conservatoire National de Musique et de Déclamation in Paris. (René Jeanne, "Max Linder et le théâtre", 1965)

 

20. Okt. 1904

Die erste Premiere im THEATRE DE L'AMBIGU mit dem Stück: Le Tour du Monde d'un enfant de Paris. Laut René Jeanne wird Max so kurzfristig für einen erkrankten Kollegen eingesetzt, dass er kaum Zeit hatte, den Text für die Rolle eines Schiffskommandanten zu lernen.

 

3. Dez. 1904

Premiere von Le crime d'Aix. Zum ersten Mal taucht der Name "Max Linder" auf der Besetzungsliste auf - jedoch erst an 15. Stelle der männlichen Darsteller.

 

1904

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1905

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Theaterstücke des Jahres 1905: La conquête de l'air ―  Les deux orphelines ―  Paillasse ―  La belle marsaillaise ―  La fleuriste des halles ―  La bande à Fifi ―  Le crime d'un fils ―  La grande famille

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Filme, die 1905 in die Kinos gelangten: Première sortie Rencontre imprévue

 

15. April 1905

In dem Magazin LE THEATRE wird zum ersten Mal ein Foto von Max in der Rolle des "Caulaincourt" aus dem Stück La belle marsaillaise veröffentlicht.

 

15. Juni 1905

Wiederaufnahme von La fleuriste des Halles. In dem Drama wird ein Traum der Blumenhändlerin durch einen Film dargestellt. (René Jeanne, "Max Linder et le théâtre", 1965) Wahrscheinlich gibt es Max die Inspiration für den "Film-Sketch", mit dem er später in ganz Europa Triumphe feiern wird.

 

 5. Aug. 1905

Sein erster für Pathé gedrehter Film kommt heraus. Er hat den Titel: Première Sortie (frei übersetzt: "Erstes Erscheinen")

 

Herbst 1905

Unter dem Namen "Max Linder" bewirbt er sich ein zweites Mal, wieder erfolglos, am Pariser Konservatorium.

 

 

 

Foto aus "Le Théâtre", 15. April 1905

1905

1906

 

Theaterstücke des Jahres 1906: La tourmente ―  La goualeuse ―  Miquette et sa mère ―  La main droite

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Filme, die 1906 in die Kinos gelangten: Julot va dans le monde C'est papa qui a pris la purge Lèvres collées Le pendu

Herbst 1906

Zum dritten und letzten Mal bewirbt er sich, wieder erfolglos, am Konservatorium in Paris. Diesmal wieder unter seinem Geburtsnamen "Leuvielle".

 

2. Nov. 1906

Die erste Premiere nach seinem Wechsel zum THEATRE DES VARIETES mit dem Stück: Miquette et sa mère.

 

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1907

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15. Nov. 1907

Im Pathé Grolée in Lyon ist der Film Le mari de la doctoresse auf dem Programm. Erst durch ein wiederentdecktes Szenenfoto wurde der Hauptdarsteller als Max Linder identifiziert.

 

Dez. 1907

Auf der Pathé-Weihnachtsfeier tritt er in der Rolle des "Polichinelle" auf. (Richard Abel, The Ciné goes to town.)

 

 

 

 

 

Szenenfoto aus "Le mari de la doctoresse" (Quelle: "Pathé Films" - Suppl.1, 1908)

 

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1907

1908

 

 

24. April 1908

Premiere von Le Roi im Théâtre des Variétés. Das Stück wird zum größten Erfolg der Pariser Theatersaison 1907/08. Neben seiner abermals kleinen Rolle als "William Touret" ist er diesmal auch die Zweitbesetzung für eine der Hauptrollen (Pierre Philippe in "Le Temps de Max"). In der Hoffnung einmal für Max Dearly einspringen zu können, erneuert er seinen Vertrag mit Pathé vorerst nicht.

 

14. Juli 1908

Im Cirque d'Hiver wird ein Film-Sketch aufgeführt. In der "Chronique du cinéma" (1992) von Jacques Legrand wird der Schauspieler in diesem Sketch als Max Linder identifiziert.

 

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1909

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18. Juni 1909

Nach 350 Vorstellungen beginnt die 3. Saison von Le Roi ohne Max, denn bereits einige Zeit vorher hat er seine Hoffnung aufgegeben, beim Theater Karriere zu machen. Er hat einen neuen Vertrag mit Pathé unterschrieben, der ihm nicht nur eine "sehr hohe Gage" (New York Dramatic Mirror, 30.7.10) sichert, sondern ihm auch die Möglichkeit bietet seine Filme selbst zu schreiben und zu inszenieren.

 

Juli 1909

Die ersten Filme nach seinem neuen Vertrag kommen in Österreich heraus. Ab Anfang September wird sein Name im Vorspann aller seiner Filme, sowie auch in den Programmankündigungen der Presse, genannt.

 

 

1909

1910

 

Filme, die 1910 in die Kinos gelangten: Les exploits du jeune Tartarin La timidité guérie par le sérum Une bonne pour Monsieur, un domestique pour Madame Une jeune fille romanesque Le pacte Je voudrais un enfant Soldat par amour Le serment d'un prince Mauvaise vue Une ruse de mari Une représentation au cinéma L'ingénieux attentat Tout est bien qui finit bien Kyrelor bandit par amour Amour et fromage Une épreuve difficile Le duel de Mr. Myope Le revolver arrange tout Max fait du ski Max est distrait Les effets des pilules Max se trompe d'étage Trop aimée Un mariage au puzzle La flûte merveilleuse Un cross-country original Champion de boxe Mon chien rapporte Les débuts de Max au cinématographe Comment Max Linder fait le tour du monde Quel est l'assassin Sketch in Revue: Vive Paris! Max prend un bain Le soulier trop petit Max cherche une fiancée Max hypnotisé Max manque un riche mariage Max ne se mariera pas

 

30. Juli 1910

In einem Artikel für das CINE JOURNAL beziffert Georges Fagot die Anzahl der bisher mit Max Linder gedrehten Filme auf «plus de cent» (mehr als Hundert). Zusammen mit den 117 Filmen, die er ab diesem Zeitpunkt noch drehen wird, läßt sich sein Gesamtwerk auf knapp 220 Filme schätzen.

 

20. Okt. 1910

In der Revue Vive Paris! führt er im Olympia einen Film-Sketch auf. Dafür werden eigens Plakate mit Max Linder angefertigt auf denen er fragt: "M'as-tu vu, à l'Olympia?" (/"Hast Du mich im Olympia gesehen?").

 

8. Nov. 1910

Max wird mit einer Blindarmentzündung ins Krankenhaus eingeliefert und noch am gleichen Abend operiert. Eine anschließende Bauchfellentzündung erfordert ein etwa sechsmonatiges Pausieren.

 

1910

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1911

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28. Juli 1911

Der erste Film nach der Krankheitspause Voisin, Voisine, kommt zuerst in Österreich heraus.

 

 

Anzeige aus "Erste Internationale Film-Zeitung", 12. Aug. 1911

1911

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Anzeige aus "Oesterreichischer Komet", 10. Aug. 1911

 

 

 

 

 

Max Linder in der Stierkampfarena (1912) (Quelle: "El mundo cinematográfico", 10. Okt. 1912 [Sammlung: Bundesarchiv/Filmarchiv, Berlin])

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Plakat zur Ankündigung seines Gastspiels im Ronacher-Theater in Wien (Sammlung: Wiener Stadt- und Landesbibliothek)

 

 

 

 

 

Max Linder auf der Bühne im Wintergarten in Berlin (1912) (Quelle: "Berliner Illustrirte Zeitung", 29. Dez. 1912)

Filme, die 1912 in die Kinos gelangten: Max lance la mode Max reprend sa liberté Max et son chien Dick Amoureux de la teinturière Max Linder contre Nick Winter Bandit par amour Que peut-il avoir? Le succès de la prestidigitation Une nuit agitée L'âne jaloux La malle au mariage Max cocher de fiacre Oh! Les femmes Idylle à la ferme Un pari original Peintre par amour La fuite de gaz Le mal de mer La vengeance du domestique Amour tenace Voyage de noces Max boxeur par amour Max émule de Tartarin Entente cordiale Sketch: Pédicure par amour Max veut grandir Petit roman L'enlèvement en hydroaéroplane Mariage au téléphone Jalousie La peur de l'eau Max et l'inauguration de la statue

 

24. März 1912

In der Nachmittags- und Abendvorstellung tritt Max im Cirque d'Hiver in einem neuen, von ihm geschriebenen, Sketch auf.

 

5. April 1912

LE CINEMA schreibt, dass er für eine 3-monatige Europa Tournee engagiert wurde, die ihm die «bescheidene» Summe von 60.000 Francs einbringen werde.

 

6. Juni 1912

Nach einem "Boxkampf auf Rollschuhen" mit seinem Kollegen Georges Vinter (aka: Nick Winter), führt er im Brasserie Cinéma Rochechouart einen Sketch auf.

 

9. Juni 1912

Im Velodrom im "Parc de Princes", unmittelbar nach der Zieleinfahrt eines 100 km Motorradrennens, macht er vor den verbliebenen Zuschauern Aufnahmen für den Film Jockey par amour [1913].

 

Juli 1912

Abschluß eines 3-Jahres-Vertrags über 1 Million Francs. Im Deutschen Reich werden Linders Filme 20% teurer. Seine bisherige Jahresgage hatte 100.000 Francs betragen (Der deutsche Lichtbildtheater-Besitzer, 30.3.1911).

 

20. Sept. 1912

Bühnen-Auftritt mit Stacia Napierkowska in Barcelona. Vor dem Sketch Pédicure par amour wird der Film, Mariage au téléphone gezeigt. Als Vorlage für den Bühnensketch dient der gleichnamige Film aus dem Jahre 1908, der von Charles Decroix nach eigenem Szenario gedreht wurde. Als Co-Autoren zeichnen jetzt Armand Massard, Freund und Kolumnist der Tageszeitung LA PRESSE, und Linder selbst.

 

25. Sept. 1912

Im El Tibidabo in Barcelona wird ihm zu Ehren ein "Riesenbankett" gegeben.

 

28. Sept. 1912

In der Stierkampfarena in Barcelona tritt er vor mehr als 10.000 Zuschauern als Torero auf. Die dabei entstandenen Aufnahmen finden in dem Film Max Toréador [1913] Verwendung.

 

8. Okt. 1912

Am zweiten Abend des 5-tägigen Gastspiels im Gran Teatro in Madrid stürzt er auf die Bühne. Nach einem weiteren Unfall im Alhambra im nächsten Jahr, der sich wieder beim Herablassen an einem Seil ereignet, wird er daraufhin am Ende des Jahres in St. Petersburg von einem Mitarbeiter "gedoubelt" (St. Petersburger Zeitung, 17.12.13 [russ. Kal., 4.12.13]).

 

15. Okt. 1912

Trifft mit seinen Partnern, Stacia Napierkowska, Jacques Vandenne und Delson in Lissabon, Portugal ein.

 

19. Okt. 1912

Auftritt im Theatro da Republica in Lissabon bis einschl. 22. Oktober. Als Teil des Bühnenprogramms wird hier der Film Entente cordiale [1912] gezeigt.

 

15. Nov. 1912

15-tägiges Gastspiel im Wiener Ronacher mit seinen Partnern Leonora und Vandenne. Vor dem Theater macht er einige Tage später Filmaufnahmen.

 

19. Nov. 1912

In Begleitung seiner Sketch-Partner besucht er eine Kinovorführung von L'enlèvement en hydroaéroplane [1912] in einem Wiener Kino.

 

2. Dez. 1912

Ein ursprünglich auf zwei Wochen ausgelegtes Gastspiel im Wintergarten in Berlin, wird aufgrund seines großen Erfolges auf vier Wochen verlängert. Einige Tage nach seiner Ankunft  macht er mit dem Deutschen Albert Paulig Filmaufnahmen für Pathé (Berliner Börsen Courrier, 12.12.12). In welchem Film diese Verwendung finden, ist unbekannt.

7. Dez. 1912

Das "Berliner Tageblatt" berichtet, dass sich zwei deutsche Filmfirmen zusammengeschlossen hätten, um Max mit einer 3-Jahres Gage in Höhe von 1,5 Millionen Francs von Pathé Frères abzuwerben. Das Angebot soll ebenfalls die Zahlung einer eventuellen Konventionalstrafe für Pathé enthalten haben. Ob diese Geschichte auf Fakten beruht, und was daraus wurde, ist unbekannt.

 

1912

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1913

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27. Febr. 1913

THE BIOSCOPE schreibt, dass die Vorbereitungen für eine Rußland-Tournee abgeschlossen seien. Weil er aber erst gut neun Monate später nachweislich dorthin gelangte, sind manche Historiker davon ausgegangen, dass es zwei Rußland-Tourneen gab. Außer der Notiz in THE BIOSCOPE gibt es jedoch keinen Hinweise auf eine Tournee zu diesem Zeitpunkt.

 

6. Juli 1913

Mietet für fünf Wochen das Pariser Olympia. Unter dem Slogan "Max tue un taureau" (/"Max tötet einen Stier") zeigt er den bisher in Frankreich unveröffentlichten Max Toréador. Als zweiter Linder-Film kommt Max en vacances zur Aufführung. Diese «Saison Max Linder» beinhaltet kein persönliches Auftreten von Max.

 

22. Juli 1913

Nimmt an 5-tägiger Segelregatta in Le Havre mit seiner eigenen Yacht Film teil.

 

25. Juli 1913

Zeitgleich im Berliner "Cines" Nollendorf-Theater und im Pariser Olympia hat der, mit 45 Min., bisher längste Lustspielfilm Le duel de Max Premiere.

 

10. Aug. 1913

Mit Ende der "Saison Max Linder" wurde Max Toreador insgesamt 50 Mal gezeigt.

 

30. Aug. 1913

Im Pariser Variété Alhambra hat sein neuester Film-Sketch C'est le tango qui est la cause de ça Premiere. Seine Partner sind die Engländerin Hilda May, Georges Gorby und Pré fils. Handlungselemente des Bühnensketches werden von Linder später in dem Film Coiffeur par amour [1915] verwendet.

 

11. Sept. 1913

In Großbritanien kommt der Film Max on the road to matrimony heraus. Der bisher weder in Frankreich noch im deutschsprachigen Raum nachgewiesene Film, enthält den sogenannten "Spiegel-Trick", den Linder Jahre später in Seven years bad luck [1921] erneut verwenden wird. Eine  Schmalfilmfassung, die ab 1923 angeboten wird, erhält den Titel Une bonne farce.

 

10. Okt. 1913

Übernimmt das im Vorjahr eröffnete Kosmorama und führt es als Wochenschaukino Pathé Journal weiter. Nach einem Umbau wird es am 17.12.1914 als Ciné Max Linder wiedereröffnet.

 

11. Okt. 1913

Führt den Sketch vom Alhambra auch in dem am Vortag eröffneten Palais de la danse des Olympia auf.

 

14. Nov. 1913

17-tägiges Gastspiel im Royal-Orpheum in Budapest. Als Partnerin begleitet ihn Lucette Darbelle.

 

19. Nov. 1913

Im Budapester Hotel Ritz bekommt er um 8 Uhr Morgens Besuch von einem Gerichtsvollzieher. Durch ein nicht absolviertes Gastspiel in der österreichischen Provinz hatte er eine Konventionalstrafe von 1000 Kronen erhalten, diese jedoch nicht bezahlt.

 

3. Dez. 1913

Ankunft in St. Petersburg. Bei seinen Auftritten in Rußland ist Mary Mitchell seine Partnerin. Musikalisch begleitet wird er, nach eigenen Angaben, von Dimitri Tiomkin (1894-1979). Dessen Aussagen, wonach Linder nach der Ankunft am Bahnhof mit einem Flugzeug zu seinem Hotel geflogen sein soll (Films in Review, Nov. 51), dürfen allerdings bezweifelt werden. Zeitungsmeldungen sprechen lediglich von einem "warmen Empfang". (St. Petersburger Zeitung, 4.12.13 [russ. Kal., 21.11.13])

 

16. Dez. 1913

Aufführung des Films N'embrassez pas votre bonne vor geladenen Gästen in Berlin (Lichtspiele "Mozartsaal").

 

20. Dez. 1913

Ankunft in Moskau, der zweiten Station seiner Rußland-Tournee. Von einer Gruppe Studenten wird er vom Bahnhof zu seinem Hotel getragen. (Yuri Tsivian, Russia 1913 Cinema, Griffithiana 1994)

 

28. Dez. 1913

Aus Kiew berichtet die ST. PETERSBURGER ZEITUNG, dass die zweite Vorstellung im Zirkus wegen mangelnder Zuschauer, bzw. zu hoher Eintrittspreise, ausfallen mußte.

 

30. Dez. 1913

In Paris wird Harry Fragson, Linders Partner aus Entente Cordiale [1912], vom eigenen Vater im Streit erschossen.

 

31. Dez. 1913

Im Stadttheater von Odessa steht er drei Tage auf der Bühne. Noch begeisterter als in St. Petersburg oder Moskau wird er in Odessa "auf den Straßen mit Hurra empfangen und auf Händen getragen. Seinetwegen kam es sogar zu Verkehrsstörungen, die das Einschreiten der Polizei nötig machten." (St. Petersburger Zeitung, 2.1.14 [russ. Kal., 20.12.13])

 

Dez. 1913

In dem 2-Akter Si j'ose m'exprimer ainsi von Jean Bastia tritt Irène Bordoni als Max Linder auf. In gleicher Aufmachung wird sie auch ab dem 11. Juni 1914 in der Revue de Marigny in Les sosies [de Max Linder] zu sehen sein. Wenig später erscheinen Max Linder Doppelgänger auch im Film. André Séchan setzte anscheinend auf eine Karriere als Max Linder-Kopie in dem Film Comment il manqua son mariage.

 

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Plakat "Le duel de Max" von Adrien Barrère

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufnahme des "Pathé-Journal" aus dem Juli 1914 (Quelle: Paris-Palaces, Jean-Jacques Meusy, 1995)

 

Anzeige aus "Pester Lloyd", 14. Nov. 1913

 

Max in Rußland (Quelle: Maks Linder, Sergej Jutkewitsch 1926)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Irène Bordoni auf der Bühne des Théâtre Doré (Aus "Comoedia illustré", 5.1.1914)

1913

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Vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Szene aus "Max Professeur de Tango")

 

Aus "La Presse", 29. März  1914

 

7. Jan. 1914

Ankunft in Warschau, der letzten Station seiner Rußland-Tournee.

 

8. Jan. 1914

2-tägiges Gastspiel in der Philharmonie in Warschau .

 

Jan. 1914

Bei einer Leserumfrage der Zeitschrift Illustrierte Kino-Woche (Berlin) nach ihren Lieblingsschauspielern, belegt Max den vierten Rang. Die ersten drei Plätze gehen an Schauspieler, die in "Filmdramen", der zur Zeit vom Publikum bevorzugten Filmsparte, mitwirkten.

 

14. Jan. 1914

Einen Tag vor seiner Rückkehr nach Paris macht Max Außenaufnahmen in Berlin für Max professeur de Tango.

 

21. März 1914

Das CINE JOURNAL meldet den Tod von  Gabrielle Lange, Linders Partnerin in Filmen wie Victime du quinquina [1911] und Amoureux de la teinturière [1912].

 

27. März 1914

Die Revue Elle est de..., die er zusammen mit Max Aghion geschrieben hat, wird im Gaité Rochechouart uraufgeführt. Seine Partner sind Made Andral, Castel und Dave Loty. Nach einer Meldung aus LE FILM, vom 12.6.14, ist der Revue allerdings kein großer Erfolg beschieden.

 

11. Juni 1914

Auftritt "en chair et en os" (/"in Fleisch und Blut") im Folies-Marigny mit dem Sketch Député. An seiner Seite spielen Germaine Rysor und Fred Pascal. Für den Sketch wurden Handlungselemente aus dem Film Les vacances de Max [1913] übernommen.

 

Juli 1914

Ein Gericht in Paris verurteilt Georges Lordier, den Betreiber des "Cinemax", den Namen seines Kinos zu ändern. Max hatte, in Vorbereitung seines eigenen "Ciné Max Linder", die Befürchtung, das Publikum könnte vermuten, das "Cinemax" hätte besondere Befugnisse, Linder-Filme zu zeigen.

 

14. Juli 1914

Anläßlich einer Feier zum französischen Nationalfeiertag, zu der er unter anderem auch das Tänzerpaar Gaby Deslys und Harry Pilcer in seine Villa in Varenne-St. Hilaire eingeladen hatte, ereignet sich ein Unfall, bei dem er und einige seiner Gäste in die Seine stürzen. Niemand wird jedoch verletzt.

 

27. Juli 1914

Für Kinobetreiber wird im Hotel-Monopol in Wien der Film Max asthmatique vorgeführt. Anders als im Deutschen Reich, wo nach dem Ausbruch des Krieges keine neuen Max Linder Filme mehr gezeigt werden können, wird dieser noch Ende August in Österreich/Ungarn anlaufen.

 

31. Juli 1914

Während über dem Deutsche Reich der Kriegszustand verhängt wird, hat als letzter Max Linder-Film vor Ausbruch des Krieges Max à Monaco in den Berliner Kinos Premiere. Die französischen Mitarbeiter von Pathé verlassen die Hauptstadt am gleichen Tag.

 

3. Aug. 1914

Offizieller Kriegsbeginn zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich. Max meldet sich freiwillig und stellt darüber hinaus seinen Wagen zur Verfügung.

 

19. Sept. 1914

Der PESTER LLOYD berichtet (fälschlicherweise), dass Max gefallen sei. Am 3. Oktober meldet sich Linder telefonisch aus einem Armeelazarett an der Front und erklärt, dass er nicht einmal krank sondern nur «Rekonvaleszent» sei.

 

17. Dez. 1914

Das Pathé Journal wird als Ciné Max Linder wiedereröffnet. "Sehr wichtiger Hinweis. - Das Ciné Max Linder wird die einzige Einrichtung in Paris sein, wo die sensationellen neuen Filme des «Königs der Leinwand» laufen." (La Presse, 16.12.14)

 

1914

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1915

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16. Mai 1915

Max startet seine Italien-Tournee in Turin. Mit seinem Sketch Député, bei dem ihm wieder Germaine Rysor zur Seite steht, tritt er im Theatro Alfieri auf, dem größten und elegantesten Theater der Stadt.

 

19. Mai 1915

Im 3000-Personen-fassenden Theater Dal Verme in Mailand tritt er bis 23.5. auf.

 

28. Mai 1915

Am zweiten Abend seines fünftägigen Gastspiels im Teatro Nazionale in Rom besucht der italienische Ministerpräsident Antonio Salandra die Vorstellung. Fünf Tage zuvor hat Italien Österreich/Ungarn den Krieg erklärt.

 

 

1915

1916

 

 

 

Aus "New York Dramatic Mirror", 9.12.1916

 

Aug. 1916

Schließt Kontrakt mit Essanay über 12 Filme pro Jahr ab.

 

28. Okt. 1916

Abreise in die Vereinigten Staaten.

 

10. Nov. 1916

Max trifft in den Essanay-Studios in Chicago ein. Seine Garderobe führt er in 46 Schrankkoffern mit sich.

 

Dez. 1916

Beginn der Dreharbeiten zu Max comes across in Chicago.

 

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1917

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6. Febr. 1917

"Trade show" für Max comes across im Loew's New York.

 

6. März 1917

Reise an die Westküste, um dort "His First Los Angeles Made Comedy" (Anzeigentext, LOS ANGELES TIMES, 29.4.17), mit dem Titel Max in a taxi, zu drehen. Die eisigen Temperaturen in Chicago hatten gesundheitliche Probleme verursacht.

 

April 1917

Wegen Geschwindigkeitsübertretung wird er in Los Angeles verhaftet. Die Klage wird fallengelassen, als er, ausgerechnet am Tag seiner Verhandlung, ins Krankenhaus eingeliefert werden muß.

 

12. Mai 1917

Charles Chaplin schenkt ihm ein Foto mit der Widmung: "To the one and only Max / The Professor / From his Deciple / Charlie Chaplin / May 12th 1917".

 

Mai 1917

Der Abbruch der Dreharbeiten in Amerika nach nur drei Filmen wird bekanntgegeben.

 

6. Aug. 1917

Verläßt Los Angeles. Abfahrt nach Europa an Bord der Espana am 11. August.

 

 

 

 

 

 

Aneige aus "Los Angeles Times", 29. April 1917

 

Chaplin Foto mit Widmung (Quelle: Films in Review, Jack Spears 1965)

1917

1918

 

April 1918

Die Zeitschrift LE FILM meldet den Verkauf des Ciné Max Linder an die Omnia-Gesellschaft.

 

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1919

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Filme, die 1919 in die Kinos gelangten: Sketch: The bill Le petit café

 

14. März 1919

Nach einer eineinhalbjährigen Umbauzeit, findet die Wiedereröffnung des Ciné Max Linder statt.

 

21. März 1919

Steht in dem Sketch The bill im Ciné Max Linder bis zum 28. März wieder auf der Bühne.

 

11. Nov. 1919

Max schifft sich erneut nach Amerika ein.

 

15. Nov. 1919

"Trade show" im Ciné Max Linder für seinen ersten Spielfilm in abendfüllender Länge, Le petit café.

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Anzeige aus "Ciné-Journal", 1. Nov. 1919

1919

 

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Plakat von "Le feu sacré"

 

15. Juni 1920

Beginn der Arbeit an dem Film Seven years bad luck.

 

1. Okt. 1920

Pathé veröffentlicht Le feu sacré, eine Wiederaufführung von dem 1911-Film Max et Jane veulent faire du théâtre mit Jane Renouardt.

 

1920

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1921

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Filme, die 1921 in die Kinos gelangten: Seven years bad luck Be my wife

 

7. Juni 1921

Be my wife wird in geschlossener Vorstellung in der Aeolian Hall in New York vorgeführt.

 

 

Plakat von "Be my wife"

1921

1922

 

 

 

Französisches Plakat von "The three must-get-theres"

Film, der 1922 ins Kino gelangte: The three must-get-theres

 

15. April 1922

Sein Sekretär Norwood Smith (25) wird zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er auf zwei Schecks (über insgesamt $650) Linders Unterschrift gefälscht hat.

 

Mai 1922

Ende des Monats lädt er einige Freunde zu einer privaten Vorführung von The Three must-get-theres in seine Villa. Zur Begrüßung präsentiert er sich, verkleidet als orientalischer Potentat und mit einem Löwen an seiner Seite, in einem "tableau vivant".

 

5. Juli 1922

Max kehrt an Bord der Paris nach Frankreich (Nizza) zurück.

 

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1923

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29. April 1923

Nach zweiwöchiger Suche wird Max in Nizza wegen Entführung der erst 17-jährigen Hélène Peters von der Polizei festgenommen. Um eine Ausweitung des Skandals zu verhindern verzichten die Eltern des Mädchens auf eine Anzeige.

 

Juli 1923

Dreht in zwölf Tagen Au secours, unter der Regie von Abel Gance.

 

2. Aug. 1923

Heirat mit Hélène (Ninette) Peters. Nach dem Tod der beiden im Oktober 1925, werden Linders Freunde behaupten, dass Max durch Androhung von Selbstmord zur Heirat "erpreßt" worden sei.

 

28. Nov. 1923

Ankunft in Wien zu Dreharbeiten von Clown aus Liebe. Der als Regisseur vorgesehene René Hervil wird kurze Zeit später durch Edouard Emile Violet ersetzt.

 

1923

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Englisches Plakat von "Max, Der Zirkuskönig"

Filme, die 1924 in die Kinos gelangten: Au secours! Max, der Zirkuskönig
 

24. Febr. 1924

Selbstmordversuch Linders und seiner Frau wird der Presse als Versehen erklärt.

 

11. April 1924     

Die Vita meldet den Abschluß der Dreharbeiten von Clown aus Liebe. Drei Wochen später wird der Titel in Max, der Zirkuskönig geändert.

 

12. Juni 1924

In der Scala in London wird eine Rohfassung von Max, der Zirkuskönig, in geschlossener Vorstellung, vorgeführt. Der Kritiker von Variety schreibt: "ohne Zweifel eine der besten Komödien die jemals gezeigt wurden." (25.6.1924)

 

27. Juni 1924

Geburt von seiner Tochter.

 

1924

93  4:

 

 

 

1925

93  4:

 

 

 

Sept. 1925

Die Filmzeitschrift CINEA-CINE POUR TOUS organisiert Rundfunk Sendung mit Max Linder, Suzanne Bianchetti und J.L.Croze.

 

30. Okt. 1925

Beunruhigt durch eine nicht eingehaltene Verabredung mit ihrer Tochter, läßt Linders Schwiegermutter die Tür zur Suite im Hotel Baltimore in Paris um 10 Uhr morgens aufbrechen. Max und seine Frau werden bewußtlos aufgefunden. Beide wiesen eine Überdosis Schlaftabletten, Morphiuminjektionen und durchschnittene Pulsadern auf. Am Nachmittag gegen 5 Uhr stirbt zuerst seine Frau Hélène.

 

31. Okt. 1925

Tod Linders um 0:25 Uhr. In einem Abschiedsbrief an seine Eltern schreibt er: "Die Frau, die ich geheiratet habe und die ich für einen Engel hielt, ist in Wahrheit ein Monster."

 

5. Nov. 1925

Beisetzung von Max Linder. Während seine Frau auf einem Pariser Friedhof beigesetzt wird, überführte man die Leiche Max Linders nach St. Loubès, seinem Geburtsort.

 

 

 

Aus "Daily Express", 2. Nov. 1925

1925

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Bibliografie

Bücher:

Max Linder - Ein früher Star, Thomas Kuchenbuch [Maske und Kothurn, Heft 1-2], 2008

Catalogue Pathé des années 1896 à 1914, Vol. 1-4, Henri Bousquet 1993-96

De Pathé Frères à Pathé Cinéma (1915-1922), Vol. 1+2, Henri Bousquet 1999

Catalogue des Films français de Fiction de 1908 à 1918, Raymond Chirat, 1995

Catalogue des films français de longs-métrages, Films de fiction 1919-1929, Raymond Chirat, 1984

Das Filmangebot in Deutschland, 1896-1911, Herbert Birett 1991

Das Filmangebot in Deutschland, 1912-1920, Herbert Birett (unveröffentlichtes Manuskript)

Histoire générale du cinéma III, Georges Sadoul, 1951

Filmographie Universelle - Histoire du cinéma, Jean Mitry, 1969

Pathé Premier Empire du Cinéma, Jacques Kermabon, 1994

Catalog of Copyright Entries, Motion Pictures 1912-1939, Library of Congress, Washington, 1951

AFI Catalog Feature Films, 1921-1930, The American Film Institute, 1971

The Ciné goes to town, Richard Abel, 1994

Chronique du cinéma, Jacques Legrand, 1992

Max Linder, Charles Ford, 1966

etc.

 

Artikel:

Max Linder Was The Motion Picture's First Truly International Star, Jack Spears, Films in Review Vol. XVI №5, 1965, 272ff

More on Linder, Jack Spears, Films in Review, June/July 1965, 391

Max Linder et le théâtre, René Jeanne, Revue d'histoire du théâtre, Avril-Juin 1965, 164ff

Le dossier du mois, Cinéma 64, Jan. 1964, 36ff-, Le comique à l'écran

Russia 1913 Cinema, The Duel of Top Hats-, Yuri Tsivian, -Griffithiana № 50, 1994, 129ff

Max Linder à Varsovie (1914), Irek Dembowski, 1895 №7, 1990, 91ff

etc.

[►Div. Artikel 1908 bis 1925]

 

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